Auf den Trümmern des Ersten Weltkrieges erlebte die deutsche Kultur vor allem in Berlin eine kulturelle Blütezeit. Brecht, Beckmann und Bauhaus waren stilprägend. Fritz Lang drehte Metropolis“ und Otto Dix malte sein Tryptichon „Großstadt“. Mit der „Garconne“ entstand ein Frauenbild, das damals als ebenso avantgardistisch wie skandalös galt.

„Die Blume, gewachsen unter unseren Ruinen, abgeschnitten von der Welt, tritt vor eure Augen, um uns allen die Augen zu öffnen. Mit beiden Händen fasste ich Mut im Rheingold ihres fließenden Haares. Auf ihren Lippen schmeckte ich Siegfrieds Blut. Mein Mädchen aus Berlin zeigt sich bewaffnet, kampfbereit und schöner denn je.“

Mit „La fille de Berlin“ outet sich Serge Lutens nicht nur als Liebhaber deutschen Kulturgutes und Fan von Richard Wagner, sondern wirft auch einen Blick auf die Szenerie der 20er Jahre. Dabei hatte Lutens weniger Berlin als Stadt im Fokus, sondern vielmehr das exzessive Lebensgefühl der Metropole in den 20er Jahren, als die Jeunesse doreé nach Jahren wirtschaftlicher Depression buchstäblich auf dem Vulkan tanzte, um sich schöner und stärker als zuvor neu zu erfinden.  So ist „La fille de Berlin“ für Lutens vor allem eine Hommage an die Kraft der Imagination. Aber auch an eine Frau und Mutter, die er kaum kannte und deshalb neu erfand: “Man vermisst die geliebte Frau und … der Duft tritt an die Stelle der realen Person“, erklärt er dazu.

Entstanden ist dabei ein pfeffrig würziger Rosenduft. Mit einer Rose, die dornenbewehrt und ausdrucksstark ist und dabei sehr französisch, feminin und elegant wirkt. Als Duftkonzept ist das angesichts gefühlter 100 Millionen Rosendüfte auf dem Markt sicher nicht rasend innovativ, jedoch allemal so gut gelungen, dass La fille de Berlin eine Vielzahl dieser Düfte mit Leichtigkeit ersetzen könnte.

Serge Lutens  •  La fille de Berlin  •  Eau de Parfum  •  50 ml  •  www.sergelutens.com

Gibt es seit 2013.
Parfumeur: Christopher Sheldrake

Duftnoten

  • Pfeffer, Rosen